Automatisches Forex Handelssystem

Automatisiertes Forextrading? Was spricht dafür oder dagegen?

Für mich stand am Anfang die Frage, ob ich überhaupt ein automatisches System brauche. Natürlich kann man auch ohne ein automatisiertes Handelssystem profitabel traden. Carsten Umland vermittelt das sehr anschaulich auf seiner Webseite

http://www.simplified-trading.de/

Aber wer nicht viel Zeit hat, dem stehen in der Regel nur die Randzeiten zur Verfügung. Die meisten Menschen müssen von acht bis fünf arbeiten und danach ist auch an der Börse nicht mehr viel los. Natürlich kann man auf Tagesbasis handeln, aber dafür benötigt man auch einen ordentlichen Stop-Loss und die nötige Geduld. Außerdem ist der manuelle Handel gewissen Einschränkungen unterworfen. Nicht selten habe ich stundenlang vor dem Bildschirm gesessen ohne eine nennenswerte Kursbewegung zu sehen. Doch kaum ist man zwanzig Minuten mit dem Hund spazieren, geht die Börse ab wie die gelbe Post, nur um danach wieder in ein apathisches Schneckentempo zurückzufallen. Die Aufmerksamkeit eines Menschen unterliegt naturgemäß gewissen Einschränkungen. So könnte ich niemals gleichzeitig zehn Währungspaare in Echtzeit rund um die Uhr bewachen und Kurstendenzen im Kopf ausrechnen. Spätestens nach einem halben Tag würden mir die Augen zufallen. Menschen sind fehleranfällig, wenn sie müde, krank, schlecht gelaunt oder anderweitig abgelenkt sind. Der klassische Fehler: Man eröffnet eine Position in die falsche Richtung. Mein Computer ist immer gleich wach und rechnet auch noch fehlerfrei, wenn ich längst schlafe.

Emotionen sind ein Problem

Wer kennt nicht das Gefühl von Frust, Enttäuschung und Euphorie im Forex Trading? Leider fühlen sich Verluste oft doppelt so schlecht an, wie Gewinne als gut empfunden werden. Die Folge von wechselnden Gefühlen sind inkonsistente Entscheidungen und Selbstvorwürfe. Jede mögliche Form eines Handelstages führt zu selbst verursachten Gefühlszuständen. Habe ich den ganzen Tag gewonnen, kann ich mich darüber freuen, oder mir Vorwürfe machen warum ich nicht mehr Gewinne mit größerem Einsatz erzielt habe. Habe ich den ganzen Tag verloren, bin ich vielleicht versucht, abends alles auf eine Karte zu setzen, weil mich der Wunsch antreibt, alle Verluste wieder hereinzuholen. Menschen handeln aufgrund eines Gefühls und begründen logisch nach.  Allerdings muss man sich auch über das eigene Gefühl klarwerden, das man hat, wenn man seine finanziellen Belange einem Forex Trading System überlässt. Schließlich ist dem Automaten egal, ob ein Konto an die Wand gefahren wird. Um das emotional für mich leichter zu gestalten habe ich eine Notbremse eingebaut. Mein Double Trader darf nur dann handeln, wenn eine Equity-Summe nicht unterschritten wurde. Equity könnte man auch mit aktueller Liquidität übersetzen. Habe ich beispielsweise eine Variable MINEQUITYTOTRADE=240 und mein aktueller Kontostand beträgt 245 € Guthaben, dann hört mein System auf zu handeln, sobald die Gesamtsumme der Verluste aller offenen Trades größer ist als 5 Euro.

Schnelle und korrekte Entscheidungen

Der größte Vorteil für ein automatisches Handelssystem ist aus meiner Sicht die Möglichkeit, schnelle und korrekte Entscheidungen auch unter extremen Bedingungen zu treffen. Wenn ein Stop-Loss von 30 Pips gesetzt wurde, wird er vom System eingehalten. Sofort danach wird eine Berechnung ausgeführt, ob erneut in die gleiche Richtung eine Position eröffnet werden soll. Kommt es auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen (bei mir 60Min und 240Min) zum gleichen Ergebnis, kauft das Handelssystem nach einem Verlust in eine Richtung eventuell sogar zwei Positionen in der gleichen Richtung nach. Auch wenn das sachlich richtig ist, hat man als Mensch so seine Probleme mit solchen Aktionen. Ich müsste zumindest darüber nachdenken. Der Double Trader führt eiskalt bis zu zwanzig Trades in der gleichen Sekunde aus. Um schnelle und korrekte Aktionen in diesem Umfang zu tätigen, bräuchte man ein Dutzend erfahrene Trader.